Was geschieht, wenn man sich hinlegt und dann die Gedanken schweifen lässt?
Eigentlich auf der Suche nach etwas schönem.
Nach etwas woran man beim einschlafen denken möchte.
Etwas was einem ein gutes Gefühl gibt, weswegen man dann gut schlafen kann.
Manchmal schweift man ab zu schlechten Gedanken und bricht die Gedanken ab.
Manchmal findet man einen solchen Gedanken und schläft lächelnd ein.
Und manchmal findet man einen solchen Gedanken und gleichzeitig die traurige Wahrheit die mit diesem zusammen hängt.
Der Gedanke kann etwas fiktives erfundenes sein, was meist etwas schönes ist und einen gut schlafen lässt.
Der Gedanke kann aber auch eine Erinnerung sein.
Manche Erinnerungen sind genauso gut wie die fiktiven Gedanken, aber manche auch nicht.
Der Gedanke an vergangene Ereignisse ist meist an bestimme Personen gebunden, denn ohne diese Personen wäre es oft niemals zu den Situationen gekommen.
Mit manchen dieser Personen hast du immer noch so schöne Momente, immer wieder und kannst dich deswegen an den Erinnerungen erfreuen.
Manche dieser Personen hast du im laufe deines Lebens verloren, auf die eine oder andere Weise.
Manchmal warst du selbst schuld und hast den Kontakt beendet.
Manchmal wurde der Kontakt zu dir abgebrochen.
Und manchmal hat es sich einfach so entwickelt, dass der Kontakt nicht mehr da ist.
Ganz egal was es davon ist und wie froh du oft genug bist manche davon nicht mehr in deinem Leben zu haben.
In dem Moment, wenn diese schöne Erinnerung wieder in deinem Kopf auftaucht, vermisst du die schöne Zeit mit dieser Person.
Egal wie gut du damit schon abgeschlossen hast und wie wenig es dich noch interessiert, dass es so ist wie es ist.
In dem Moment, kommen all diese Gefühle wieder hoch, die schönen sowie die schlechten, die fröhlichen sowie die traurigen, als würden nicht Monate, Jahre, Jahrzehnte dazwischen liegen.
Jeden einzelnen davon vermisst du aus den verschiedensten Gründen.
Den einen mehr, den anderen weniger, doch irgendwo hattest mit jedem eine tolle Zeit und beherbergst wundervolle Erinnerungen mit ihnen in dir.
Und dann kommen die Fragen.
Was wäre wenn es anders gelaufen wäre?
Wieso ist es so gelaufen?
Denkt die Person noch an einen?
Soll man den Kontakt nochmal aufnehmen?
Vor allem die letzte Frage, wird bei einigen mit einem deutlichen "Nein!" enden.
Doch die anderen Fragen, kann einem keiner so recht beantworten.
Und du kannst auch nie wissen, ob du die Antwort wirklich wissen möchtest, sie könnte viel zu schmerzhaft und verletzend sein.
Und dann kommt mit diesen Gedanken, die Angst.
Die Angst, vor der Zukunft.
Die Angst, mehr Menschen zu verlieren.
Die Angst, das wichtigste was man gerade hat zu verlieren.
Das Wissen, dass es noch etliche male passieren wird, ohne das man etwas tun kann.
Das Wissen, dass das zum Leben gehört, wie zuwider einem das auch sein mag.
Das Wissen, dass man den Lauf des Lebens nicht vorhersehen kann, um es zu verhindern.
Und erneute Fragen steigen in einem auf.
Mit wem hast du in ein paar Jahren noch Kontakt?
Mit wem wirst du dich streiten, über Nichtigkeiten und ihn dadurch verlieren?
Zu wem ist die Freundschaft stark genug, damit es nicht passiert?
Wer wird sich von dir abwenden, weil er, warum auch immer, nicht mehr will?
Man kann es nicht sagen.
Niemand kann das vorher sagen.
Der Gedanke schmerzt.
All die Gedanken.
Die Gedanken ...an die Verluste der Vergangenheit.
... an die Verluste der Zukunft.
... an den Schmerz und die Sehnsucht die zurückliegt.
... an den Schmerz und die Sehnsucht die noch auf einen wartet.
Und zuletzt der Wunsch.. nach keinen neuen Schmerzen.
... nach keinen neuen Verlusten.
... nach Geborgenheit und Sicherheit.
... danach, dass das alles aufhört.
Für immer.
Schmerzfrei.
Verlustfrei.
Sehnsuchtfrei.